Als Clickbaiting bezeichnet man verschiedene Beitragstechniken um Nutzer zu animieren auf einen Link zu klicken (to bait = ködern).

Dabei gibt es zahlreiche verschiedene Formen und Möglichkeiten die keineswegs neu oder revolutionär sind, sondern die sich in anderen Bereichen wie beispielsweise im Journalismus, der Verkaufspsychologie oder der Filmproduktion längst etabliert haben. Trotzdem sind es modern verpackte Begriffe wie Clickbaiting, Curiosity Gap und Call-To-Action die derzeit in der Welt des Onlinemarketings heftig diskutiert und wahlweise verteufelt oder vergöttert werden. Höchste Zeit also, sich diese Begriffe und deren teilweise schon als historisch zu bezeichnenden Grundlagen einmal genauer anzuschauen.

7 Klickköder – Tipps für mehr Klicks!

Betrachtet man Clickbaiting als einen Überbegriff, so lassen sich zusammengefasst folgende Methoden darunter verstehen:

  • unerwartete Ereignisse: Plötzlich passiert etwas Unglaubliches.
  • Curiosity Gap = Cliffhanger steht für den offenen Ausgang einer Episode auf ihrem Höhepunkt, z.B. Dann passierte dieses oder jenes. Aber es wird im Beitrag natürlich nicht gesagt, was passiert.
  • Call-to-action: animierende Aufrufe wie ’nicht verpassen‘ oder ‚unbedingt anschauen‘ fordern die Nutzer zum Klicken auf
  • starke Adjektive wirken immer anziehend: Unglaublich, erschreckend oder herzzerbrechend.
  • Superlative: Das Beste, das Größte oder das Unmöglichste.
  • aktive Verben: lernen, sehen, lachen oder weinen.
  • Eyecatcher wie OMG, WOW oder LOL, Emoticons und Zahlen erhöhen ebenfalls die Aufmerksamkeit

So unterschiedlich diese Techniken zunächst aussehen mögen, sie alle basieren mehr oder weniger auf dem gleichen Prinzip: Sie sollen Aufmerksamkeit, Interesse, Neugier und somit ein Bedürfnis beim Empfänger erwecken. Ein Bedürfnis entsteht beispielsweise aus einem subjektiv oder objektiv empfundenen Mangel, also beispielweise durch das bewusste Unterschlagen von wichtigen Informationen.

Jeder möchte einmal die Büchse der Pandora öffnen!

Schauen wir uns eine Form des Clickbaitings genauer an: die Curiosity Gap. Curiosity bedeutet Merkwürdigkeit, Wissbegier und Schaulust. Gap ist übersetzt eine Lücke oder auch Diskrepanz. Der Schlüssel zum Erfolg des Curiosity Gaps ist demzufolge die menschliche Neugier. Aber wie macht man seine Leser neugierig?

Die Neugier – Tugend oder Laster?

Neues erfahren, Verborgenes finden – ein Reiz den man als Neugierde bezeichnet. Die Neugier steckt in uns allen und gehört zu den natürlichen Trieben des Menschen. So wurde z.B. von McDougall schon im Jahr 1918 die Neugier in seine Liste der „basic instincts“ aufgenommen. Ebenso wird in der Psychologie die Neugier als Ursprung für sogenanntes Explorationsverhalten genannt. Sie spielt also auch für das entdeckende Lernen von Kleinkindern und gleichermaßen Erwachsenen eine zentrale Rolle.

Während die Neugier im alten Griechenland als eine Tugend eingeschätzt wurde (Aristoteles spricht von einem angeborenen Wunsch nach Information) wurde sie im Mittelalter als Laster verdammt (Augustinus‘ belegt: „eitles und merkwürdiges Begehren nach Wissen“). Auch heute wird der Begriff Neugier im Alltag oft tendenziell negativ konnotiert und weniger als die „Liebe zum Wissen“ verstanden.

„Danke – kein Bedarf“: Erst Bedarf checken – dann Interesse wecken

Damit Clickbaiting funktioniert sollten Sie vorher unbedingt die „Dosis“ an Ihre Marke und ihre Zielgruppe anpassen, denn die Vergangenheit zeigt, dass ein übertriebenes Maß sich schädlich für Ihre Marke auswirken kann. Die Neugier lässt sich für Facebook sehr gut nutzen um die eigenen Klickzahlen zu erhöhen, allerdings sollten Sie dabei nicht zu weit über das Ziel hinaus schießen. Neugier lösen Sie aus, indem die eine Lücke schaffen zwischen dem was Ihr Empfänger weiß und dem was er gern wissen möchte. Klassische Fragetechniken (Call-to-Actions) und gut gewählte Formulierungen können hierbei schon sehr nützlich und völlig ausreichend sein:

 

Wie wir an diesen Beispielen gesehen haben, müssen Click Baiting und Call-to-Action keine Schimpfworte sein, aber natürlich gibt es immer wieder Fälle, in denen diese Methoden plump und übertrieben verwendet werden und somit der eigen Marke unter Umständen auch schaden, langfristig spiegelt sich das dann auch bei der agierenden Zielgruppe wieder:

Fazit:

Der Mensch ist neugierig. Wieso sollte man diese Eigenschaft nicht zu seinem Gunsten nutzen können? Was Nutzer anlocken kann, kann sie aber ebenso vergraulen. Wer Erfolg und Klicks möchte, muss die richtige Dosis finden. Positiv- und Negativ-Beispiele finden wir alle zu Hauf ins unserem Newsfeed – eine gute Chance um aus den Fehlern anderer zu lernen und die Erfolgsstrategien für die eigene Seite zu adaptieren.

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