Facebook-Seiten mit vielen Fans wirken auf den ersten Blick eindrucksvoll. Jeder freut sich über eine hohe Zahl auf der eigenen Seite. Doch viel wichtiger als die Zahl der Fans ist die Menge der Interaktionen. Es kann vorkommen, dass Seiten über Nacht sehr, sehr viele Likes erhalten. Das können die jeweiligen Seitenbetreiber selbst verursacht haben, indem sie Likes gekauft haben, oder aber Außenstehende können mit guter oder böser Absicht ihre Finger im Spiel gehabt haben. Wie auch immer. Die Likes sind da und können eurem Seiten-Ansehen schaden. Mit „Fake Likes“ oder „gekauften Likes“ bezeichnet Facebook nicht die legal über Werbeanzeigenschaltung erworbenen neuen Fans, sondern hauptsächlich folgende vier Methoden der Fangewinnung:

  1. Klickfarmen: Hier werden Menschen mit echten Konten auf Facebook dafür bezahlt, bestimmte Seiten zu liken.
  2. Gefälschte Konten: Diese nennt man auch Fake Profile und ihr wichtigster Zweck besteht darin, Seiten zu liken.
  3. Eigenständig kompromittierte Konten: Über diese Konten installieren Personen bewusst Malware oder geben die Kontrolle über ihr Konto ab, um mehr Likes für die eigene Seite zu erhalten.
  4. Kompromittierte Konten: Solche Konten wurden mit Malware infiziert, sodass sie Seiten liken, ohne dass die Kontoinhaber davon Kenntnis haben.
Die Personen, die hinter diesen betrügerischen Aktivitäten stehen, agieren zweckmäßig und haben oftmals eindeutige finanzielle Absichten. Sie erzielen Gewinne, indem sie weltweit Administratoren, die die negativen Konsequenzen von solchen Käufen häufig nicht kennen, „Gefällt mir“-Angaben auf der Seite versprechen und diese auch für sie generieren.

Facebook selbst reagiert auch auf diese betrügerische Masche und schreibt in den Guidelines:

„Gefällt mir“-Angaben, die von gefälschten Konten oder Personen ohne ernsthafte Absichten ausgehen, sind für die Menschen auf Facebook, Werbetreibende und Facebook selbst wertlos. Wir haben ein großes Interesse daran, aggressiv gegen derartige unerwünschte Akteure vorzugehen, die hinter diesen gefälschten „Gefällt mir“-Angaben stehen, denn die Unternehmen und Menschen, die unsere Plattform nutzen, möchten reale Verbindungen und Ergebnisse. Es kann vorkommen, dass Unternehmen keine Ergebnisse erzielen und damit weniger Geschäfte auf Facebook tätigen, weil die Personen, die mit diesen Unternehmen verbunden sind, nicht echt sind. Daher ist es nur in unserem Interesse, sicherzustellen, dass Interaktionen authentisch sind. Wir haben deshalb mehrere Teams zusammengestellt, deren Aufgabe darin besteht, betrügerische Aktivitäten aufzudecken und zu beenden.Wir arbeiten unermüdlich daran, die Echtheit und Bedeutsamkeit der Verbindungen zwischen Unternehmen und Personen sicherzustellen. Außerdem möchten wir unsere Ressourcen zu diesem Thema teilen – damit du erfährst, woher gefälschte „Gefällt mir“-Angaben kommen sowie welche Abwehrmaßnahmen wir eingerichtet haben. Des Weiteren möchten wir dir Tipps dazu geben, wie du dich vor betrügerischen Aktivitäten schützen kannst.

Warum Schaden falsche Facebook Fans meiner Seite?

Facebook nutzt einen Algorithmus zur Bewertung der Qualität der Beträge (Stichwort: Relevanz). Dieser wählt aus, welche Meldungen im Newsfeed eines Nutzers angezeigt werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass Nutzer, die nur selten oder gar nicht mit einem Facebook-Freund oder einer Seite interagieren auch wenig Interesse an deren Statusmeldungen haben. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass diesen Nutzern seltener Neuigkeiten der betroffenen Seite angezeigt werden. Teilweise handelt es sich bei den falschen Fans auch um „tote Profile“ – also Fake-Accounts. Es wird also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit niemand der gekauften Fans je eure Seite anschauen, geschweige denn liken, kommentieren oder teilen.
Auf den ersten Blick mag die hohe Zahl beeindruckend wirken, aber seit euch bewusst, dass jeder herausfinden kann, wo eure Fans herkommen. Habt ihr also eine deutsche Marke, aber 10.000 mexikanische Fans, muss man nur 1 und 1 zusammen zählen, um zu erkennen, dass da etwas nicht ganz richtig sein kann. Gerade wenn es sich um Marken und Personen handelt, für die sich die Presse interessiert, ist ein rasches Wachstum der Fan-Zahl ein gefundenes Fressen und kann bis aufs Kleinste geprüft werden.

Kann ich die falschen Fans wieder loswerden?

Ja. Mit ein bisschen Glück hilft Facebook bei der Sache, indem Fake-Profile automatisch gelöscht werden und somit auch nicht mehr als Fan angezeigt werden. Wem das zu lange dauert oder zu ungewiss ist, muss selbst tätig werden. Und das ist eine sehr mühselige Angelegenheit. Jeder ungeliebte Fan muss eigenhändig und einzeln entfernt werden. Dazu müsst ihr die entsprechende Facebook-Seite aufrufen und in die Einstellungen gehen. Dort findet ihr im linken Menüfeld den Punkt „Personen und andere Seiten“. Hier habt ihr die Auswahl zwischen: geblockte Nutzer, Admins und Abonnenten, sowie Seiten und Profilen denen eure Seite gefällt. Wählt hier die Profile aus. Jetzt sehr ihr (fast) alle Namen aufgelistet. Rechts daneben befindet sich ein Zahnrad. Wenn ihr dieses anklickt, bekommt ihr weitere Funktionen zur Auswahl. So könnt ihr dieser Person eine Rolle für eure Seite zuweisen, sie als Fan eurer Seite löschen oder gar blockieren. Wenn ihr sie blockiert, können sie eurer Seite nicht mehr folgen und bekommen auch keine Inhalte angezeigt. Beim Entfernen aus den Gefällt mir Angaben könnt ihr nicht verhindern, dass sie eure Seite wieder liken, dazu müsste man die Person für die Seite sperren.

Screen Fans löschen

Fazit

Wer falsche Fans illegal kauft, gewinnt rein gar nichts. Der Dialog mit den Fans bleibt gleichbleibend (gering). Echte Fans interagieren mit der Seite, da sie Interesse an den Inhalten haben. Interaktionen erzeugen Reichweite und Reichweite generiert neue echte Fans. Falls es schon zu spät ist, dann macht euch an die Arbeit und entfernt die falschen Fans schnellstmöglich wieder. Facebook gibt in den Guidelines folgende drei Tipps dazu:

  1. Konzentriere dich auf echte Unternehmensziele und nicht nur auf „Gefällt mir“-Angaben!
  2. Kaufe keine betrügerischen „Gefällt mir“-Angaben, die langfristig deinem Unternehmen schaden!
  3. Erkenne deine Zielgruppe!

Übrigens:

Die eigene Seite kann jeder über die Statistiken – Menüpunkt „Personen“ überprüfen. Andere Seiten kann man mittels des „Facebook Like Check“s von SternTV unter die Lupe nehmen.

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