Sie sind eine Person des öffentlichen Lebens, besitzen eine Firma, sind Journalist, Manager oder spielen in einer Band? Sie wollen sich der Öffentlichkeit präsentieren und bekannt werden? Facebook bietet Ihnen gute Möglichkeiten um sich selbst zu vermarkten. Die erste große Frage, die sich Ihnen beim Eintritt in die Facebook-Welt stellen wird, lautet: Profil oder Seite?

Wo liegt der Unterschied?

Profile sind persönlich und privat – Seiten öffentlich und kommerziell. Daraus erschließt sich: Strebt man eine kommerzielle Nutzung auf Facebook an, dann ist die Seite definitiv die richtige und einzige Wahl. Profile können weder Werbeanzeigen schalten, noch dürfen sie anderweitig kommerziell genutzt werden. Zuwiderhandlungen brechen die Nutzungsbedingungen von Facebook (Nutzungsbedingungen Punkt 4.2 und 4.4) und haben schlimmstenfalls die Sperrung oder gar Löschung des Profils zur Folge. Alle Arbeit war letztendlich umsonst. Damit Ihnen das nicht passieren kann, ist es wichtig zu wissen, wann und wie man Profile und Seiten nutzen darf.

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Profile repräsentieren individuelle Personen. Das heißt:

  • es handelt sich um 1 Person
  • die Person ist real
  • es darf nur der echte Name (Vor- und Nachname) angegeben werden (selbst im Personalauweis eingetragene Künstlernamen akzeptiert Facebook teilweise nicht)
  • die kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen

Seiten sind für Unternehmen. Das heißt:

  • Zusammenschluss von mehreren Personen ist möglich (Band, Firma, Organisation, Verein,…)
  • es kann sich auch um Künstlernamen und erdachte Namen handeln
  • kommerzielle Nutzung ist erlaubt

Die Seite

Da Seiten speziell für die gewerbliche Nutzung ins Leben gerufen wurden, stehen viele Tools zur Verfügung, die Überblick verschaffen und dabei helfen, das Geschäft anzukurbeln. So stehen beispielsweise Statistik-Funktionen zur Verfügung, mit welchen ein Seitenbetreiber unteranderem die Reichweite von Beiträgen, die Menge an Interaktionen und die Like-Entwicklung für die Seite beobachten kann. Zudem kann man sich mit anderen Seiten vergleichen und herausfinden, was andere erfolgreich machen und wie man dies gegebenenfalls adaptieren kann. Ein weiterer Seitenvorteil liegt in der Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten und damit zusätzliche Reichweite zu konstruieren. Kommerzielle Handlungen sind erlaubt und es gibt kein Limit an Fans. Zudem sind Markierungen zu anderen Seiten und Personen des öffentlichen Lebens möglich. Zur verbesserten Übersichtlichkeit und Nutzerinteraktion besteht die Möglichkeit Applikationen und Tabs einzubinden. Seiten sind mittels Suchmaschinen auffindbar und Inhalte können auch ohne Facebook-Login gesehen werden. Die virtuelle Facebook-Visitenkarte kann, falls gewünscht, mittels eines Info-Tabs angelegt werden. So können Informationen zur Kontaktadresse, Öffnungszeiten, Produkte, Unternehmensübersicht und auch die geografische Lage ergänzt werden. Falls man die Seite nicht mehr betreiben kann oder die Firma auflöst, können Seiten einfach und jederzeit gelöscht oder alternativ auch nur kurzzeitig verborgen werden. Seiten können zudem im Gegensatz zum Profil von mehreren Personen im Team administriert werden. Hier kann man zwischen verschiedenen Rollen wählen: Administrator, Redakteur, Moderator, Werbetreibender und Analyst.

Welche Rechte diese Rollen beinhalten können Sie hier sehen.

Die Seite bietet viele Vorteile, aber es gibt auch Aspekte, die man beachten muss. So hat eine Seite einen höheren Verwaltungsaufwand und kann aufgrund einer zu starken kommerziellen Nutzung schnell unpersönlich wirken. Nutzer gehen oftmals davon aus, dass – gerade bei Seiten von großen Firmen und Bands – die Beiträge nicht von der Person selbst, sondern von Marketing-Abteilungen und Agenturen verfasst werden. Zudem gilt die Impressumspflicht und die Richtlinien des Telemediengesetzes müssen eingehalten werden.

Das Profil

Im Gegensatz zur Seite wirkt das Profil – so wie es auch angedacht ist – persönlicher. Der Betreiber steht im direkten Kontakt zu seinen Freunden und Fans. Häufig wirkt dieses individuelle Auftreten authentischer, da nicht der kommerzielle Aspekt, sondern die Kommunikation und der Austausch im Vordergrund stehen. Der Nutzer geht davon aus, dass die Beiträge von der Person selbst und nicht von Marketing-Agenturen verfasst werden. Mit einem Profil kann man Facebook Gruppen selbst neu anlegen und in bestehende Gruppen beitreten sowie mit anderen Profilen interagieren.

von 22 Personen abonniertAufgepasst: Profile können maximal 5.000 Freunde annehmen. Umgehen kann man dieses „Problem“ mittels dem Abonnement. Dieses Tool kann man unter seinen Profileinstellungen aktivieren. So können auch Menschen den Beiträgen eines Profils folgen ohne eine Freundschaftsanfrage versenden zu müssen. Gesehen werden können nur Beiträge, welche Sie als „öffentlich“ einstellen. Beiträge, welche nur „für Freunde sichtbar“ sind, werden auch nur diesen angezeigt. Wird ihrem Profil eine Freundschaftseinladung geschickt, welche Sie nicht beantworten, so gehen diese automatisch in Abonnements über. Ähnlich wie Seiten sind auch Profile mittels Suchmaschinen auffindbar, jedoch können deren Inhalte nur gesehen werden, wenn man eingeloggt ist. Die typischen gewerblichen Funktionen von Seiten stehen bei Profilen nicht zur Verfügung (Statistiken, Schalten von Werbeanzeigen, Markierungsmöglichkeiten durch andere Seiten) und auch der Info-Tab, welcher zum detaillierten Beschreiben dient, ist nur abgespeckt verfügbar. Man kann lediglich Kontaktdaten, Ausbildung und Interessen hinterlegen.

Fazit:

Steht die kommerzielle Nutzung im Vordergrund und das Unternehmen besteht aus mehr als einer Person, dann nimmt Facebook einem die loomerEntscheidung gleich ab. Ein Profil wäre bei diesen Eigenschaften gegen die Nutzungsbedingungen des Media-Konzerns. Möchte man Applikationen integrieren, Tabs in seine Facebook-Seite einbauen, Werbeanzeigen schalten und Statistiken einsehen können, dann sollte man sich ebenfalls für die Einrichtung einer Seite entscheiden. Ist man hingegen eine reale, einzelne Person, beispielsweise ein Journalist oder Manager, dann kann man auch auf ein Profil zurückgreifen. Hier stehen die veröffentlichten Inhalte und die direkte Kommunikation im Vordergrund. Die Abonnements bieten Personen die Möglichkeit in engeren Kontakt mit ihren Nutzern zu treten und dennoch die 5000-Freunde-Marke nicht beachten zu müssen. Man kann ein Profil auch als öffentliche Person nutzen, muss sich aber an bestimmte Regeln halten. Die Wichtigste ist das Verbot der kommerziellen Nutzung und eine bestehende Impressumspflicht. Ein Verstoß wird schlimmstenfalls mit Profil-Löschung oder Abmahnungen des Wettbewerbs geahndet.

 

Empfohlene Links zum Thema:

Probleme mit erzwungener Profilumwandlung bei Facebook von schwindt-pr

Profil oder Seite – oder beides? (Blogparade für Einzelkämpfer) von schwindt-pr

 

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